
So eine Reise durch das winterliche Sibirien macht man ja nicht mal eben so. Eine mehrfach durchdachte Auswahl qualitativ hochwertigen Equipments ist notwendig, um die Herausforderungen des Alltags in der Tranzip und deren Stationen zu meistern - wohlgemerkt eine Gratwanderung, denn geringes Gewicht (Profis kommen mit 11kg fuer drei Wochen aus) ist essentiell. Effizienz ist also gefragt.
Folgende wesentliche Ausruestungsgegenstaende duerfen dennoch nicht fehlen (eine Auswahl): ausreichender Vorrat original russischen Vodkas. Unabdingbar fuer die innere Waerme, die Disinfektion von innen nach Essen mit fraglicher Herkunft und Frische, sowie die Kontaktaufnahme zu russischen Mitmenschen
- Fensterwischer/-abzieher mit Teleskopstab. Erforderlich fuer den schlierenfreien Panoramablick auf die endlosen Weiten Sibiriens
- Stirnlampe mit LEDs und sog. "Diskofunktion". Macht den naechtlichen Toilettengang aus der Jurte in die Steppe zum Klacks (abgesehen von den minus 20 Grad C, da hilft auch keine Lampe)
- Trainingshosen (Ausfuehrung in Ballonseide oder Baumwolle). Sorgt fuer Bequemlichkeit im Abteil, Adaption des aeusseren Erscheinungsbildes an das der russischen Mit-Zipper sowie ausreichende Belueftung der wesentlichen Koerperteile
- Dreikantschluessel zum Oeffnen der Fenster im Winter (sonst verschlossen) sowie Abschliessen des Abteils von aussen. Dieses Werkzeug ist unseren Tranzippern leider nicht vergoennt, so dass heimelige Temperaturen von 40 Grad im Abteil keine Seltenheit sind (siehe auch letzter Satz "Trainingshose")
- Ausreichende Menge eingaengiger Literatur, um die zeitraubenden und eher langweiligen Grenzuebergaenge zu ueberstehen
- Gleiches gilt fuer ipod samt (am besten lokal in Bejing fuer 4 Euro zu erstehende) Hifi-Lautsprecher. Wichtig auch fuer das zuvor erworbene Hoerspiel "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoy
- last not least: umfangreicher Vorrat mehrlagigen Klopapiers, das im Zug und auch einigen Hostels nicht oder in nicht ausreichender Menge vorhanden ist. Der Usecase muss dem Leser nicht naeher erlaeutert werden.
Die Erfahrungen der Tranzipper zeigen dabei, dass Frischwaesche auf solch einer Reise voellig ueberschaetzt wird. Das volle Maennlichkeitspotential kann sich nunmal erst entfalten, wenn die gleichen Klamotten (inkl. der Boxershorts) drei Tage (und Naechte!) getragen wurden - herrlich! Die anschliessende Dusche lernt man erst dann so richtig zu schaetzen.